Unser Jahresspendenprojekt 2021/2022

Das Huruma Centre in Iringa/Tansania

Die Geschichte des Huruma Centres beginnt 1994 in einer leerstehenden Reifenfabrik. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in der tansanischen Stadt Iringa versorgt dort 25 Straßenkinder und reagiert damit auf ein gesellschaftliches Problem: die steigenden HIV-Infektionsraten und ihre Folgen. Iringa liegt an der Fernstraße TANZAM, die in das Nachbarland Sambia führt. An den Raststätten sind Prostitution und ungeschützter Sex häufig. Wer sich mit dem Virus infiziert, trägt es oft in die Dörfer entlang der Straße. In den schlimmsten Fällen sterben ganze Familien an den Folgen von AIDS; die Kinder bleiben allein zurück.

Mit Hilfe von Spenden kann das Huruma Centre im Jahr 2000 aus der kargen Halle ohne Strom und Wasser auf ein großes Gartengelände am Stadtrand umziehen. Neben weiteren Partnern unterstützt auch der Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf das Kinderhaus in seinem Partnerkirchenkreis Iringa-West.

Das Wort „Huruma“, in der Landessprache Kisuaheli für „Mitgefühl“, prägt die Arbeit von Hausleiterin Joyce Ngandango und ihrem Team. Dass Kinder aus schwierigen Verhältnissen geborgen aufwachsen können, steht im Mittelpunkt: In drei Häusern leben rund 50 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 17 Jahren mit je einer „Mama“ als feste Bezugsperson. Vorbild ist das Zusammenleben einer Großfamilie im Dorf. Tagsüber gehen die Kinder zur Schule und kehren nachmittags zurück.

Längst leben im Haus nicht mehr nur Aids-Waisen, obwohl die HIV-Infektionsrate in Iringa immer noch weit höher liegt als in anderen Teilen Tansanias. Das Centre hat einen exzellenten Ruf: Oft fragt die Sozialbehörde an, wenn sie Kinder aus gewalttätigen oder sehr armen Familien kurzfristig unterbringen muss. Kostenfreie Mahlzeiten oder Schulmaterial bietet das Centre auch einigen Kindern an, die bei ihren Familien leben, aber mittellos sind. 24 Jungen und Mädchen im Haus erhalten außerdem ein Stipendium für weiterführende Schulen, die oft Internate sind. Gern würde Joyce Ngandango auch alle Kinder krankenversichern. Ein aufgeschürftes Knie lässt sich im Haus noch gut versorgen, „aber wenn ein Kind ins Krankenhaus kommt, müssen wir jede einzelne Behandlung bezahlen“, sagt sie. Rund 20 Euro kostet die Basisversicherung pro Kind im Jahr.

Seit einiger Zeit betreibt das Centre eine Kinderkrippe, die es Frauen ermöglicht, einer Arbeit nachzugehen und ihre Kinder gut betreut zu wissen. Um sich selbst versorgen zu können, hält das Huruma Centre Schweine, Kühe und Hühner und baut Mais an. Auch die Kinder versorgen die Tiere und erhalten einen Einblick in die Landwirtschaft. Was sie lernen, soll ihnen später ein selbstständiges Leben ermöglichen.

Viele ehemalige Huruma-Kinder bleiben dem Haus verbunden und kommen immer wieder zu Besuch. Sie sind gut ausgebildet, stehen im Leben. Bedenkt man, unter welchen Bedingungen sie gestartet sind, ist das nicht selbstverständlich. Tansania ist ein junges Land; knapp die Hälfte der Menschen ist jünger als 15 Jahre. Ihnen eine gute Zukunft zu ermöglichen, ist unser Ziel.

Ihre Spende wird für Stipendien, Schulmaterialien und – aktuell – für den Wiederaufbau des Jungenhauses verwendet. Es wurde im Oktober 2021 durch einen Brand nach einem Kurzschluss zerstört.

Juliane Kaelberlah (Öffentlichkeitsbeauftragte unseres Kirchenkreises)

Die Grunewaldgemeinde wird in den kommenden 12 Monaten das Huruma Centre mit Aktionen und Kollekten unterstützen. Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Kontoverbindung:

Kirchliches Verwaltungsamt Berlin Mitte-West
IBAN: DE42 1005 0000 0190 6655 05

(Berliner Sparkasse)
Verwendungszweck: Huruma

 Aktuelle Meldungen zum Huruma Centre unter www.cw-evangelisch.de/tansania

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