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Tolle et Lege - Nimm und Lies |
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Lesung und Musik in der Kapelle
der Grunewaldkirche jeweils an sechs (vorher bekannt gegebenen)
Freitagabenden von Oktober bis März
Im Jahre 1999 zum ersten Male für die Grunewaldgemeinde entwickelt
und der an professioneller Kleinkunst interessierten Öffentlichkeit
über unsere Gemeindegrenzen hinaus angeboten, blicken die Organisatoren
der Veranstaltungsreihe "tolle et lege - nimm und lies" bereits
auf sieben gut besuchte Saisons zurück und sind stolz darauf,
mittlerweile weit über vierzig Zuschauer ab 20 Uhr in der urgemütlichen
kleinen holzgetäfelten Kapelle der Grunewaldkirche an der Bismarckallee
28 B (Turmseite) begrüßen und bewirten zu können, bevor um Punkt
21 Uhr das Programm startet:
Eine gute Stunde lang lesen dann aus Schauspiel und Synchron
bekannte Stimmen immer wieder im Wechsel zu anspruchsvoller
Musik. Das Programm bestimmen die jeweiligen Akteure und geben
es meist erst am Abend selbst ihrem Publikum bekannt. Auch treffen
Schauspieler und Musiker häufig erst vor Ort aufeinander und
koordinieren ihre Darbietungen. Jede Aufführung wird auf diese
Weise zu einem einmaligen Erlebnis aus Professionalität, Spontaneität
und Zufall. Über die Kleinkunst hinaus besteht bei Wasser, Wein
und Vorspeisentellern reichlich Gelegenheit, miteinander und
mit den Akteuren ins Gespräch zu kommen. Längst ist aus "tolle
et lege" ein Nachbarschaftstreff und ein Insidertipp geworden,
zu dem man Freunde und Gäste mitbringt und auch nach Programm-Ende
noch bis 24 Uhr beisammen sitzt und klönt.
Auch die Künstler lassen sich gerne immer wieder einladen. Manch
einer ist schon im dritten Jahr dabei und bietet neue Lektüre
oder Musik. Es haben sich regelrechte Teams gebildet, die nun
auch andernorts gemeinsam auftreten, weil sie sich bei "tolle
et lege" füreinander entdeckt haben. Und wenn man die Augen
schließt, fühlt man sich ein ums andere Mal nach Hollywood versetzt,
denn die Stimmen kennen wir alle aus dem Kino und Fernsehen.
In der Kapelle der Grunewaldkirche besteht die Möglichkeit,
die Person hinter der Stimme kennen zu lernen.
Das Motto "tolle et lege" stammt übrigens aus den "Confessiones"
(Bekenntnissen) Kirchenvater Aurelius Augustinus (354-430),
der darin über seine Bekehrung berichtet: "Unter einem Feigenbaum
warf ich mich zu Boden ... Und siehe, da hörte ich aus dem Nachbarhause
eine Stimme - war's die eines Knaben, eines Mädchens, ich weiß
es nicht -, die im Singsang wiederholte: 'Nimm es, lies es;
nimm es, lies es (tolle, lege, tolle, lege)' ... Ich unterdrückte
die Gewalt der Tränen, erhob mich und wusste keine andere Deutung,
als dass mir Gott befehle, das Buch aufzuschlagen und die erste
Stelle zu lesen, auf die ich träfe." Das "et" zwischen "tolle"
und "lege" haben wir uns dann noch von Umberto Eco geliehen
(Der Name der Rose, S. 633).
Fünfzig Personen passen in die Kapelle. Wer zu spät kommt, den
bestraft das Leben. Da können Sie jeden fragen, der schon mal
da war. Programm: 21-22 Uhr; Einlass: 20 Uhr; offen bis 24 Uhr;
Eintritt: Euro 5,- (ermäßigt 3.-€). |
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