Jahresspendenprojekt 2018

Amma hilft – wir helfen Amma!
Indiendirekthilfe für den Engel der Armen in Tamil Nadu/Südindien

Wenn man sich auf eine Reise macht in den tiefsten Süden Indiens nach Tamil Nadu, dem siebtgrößten Bundesstaat mit über 64 Millionen Einwohnern, begegnet man 2000jährigen Zeugen einer reichhaltigen Kultur, tropisch üppiger Natur und großer Armut.
18 Millionen Menschen in Tamil Nadu haben weniger als umgerechnet 1 Euro am Tag zur Verfügung. Bei einer Kindersterblichkeit von 80% sind 50% aller Kinder chronisch unterernährt.
Die außerhalb des Kastensystems stehenden Dalit, die in Tamil Nadu ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen, sehen sich nach wie vor gesellschaftlicher Ausgrenzung und Gewaltübergriffen ausgesetzt. Dort, nahe dem kleinen Dorf Thannirpalli, lebte und wirkte die katholische Ordensschwester Mary Louisa Coutinha (12. Juli 1933 – 12. März 2017) von allen nur liebevoll Mutter („Amma“) genannt.
Als junge Frau entschied sie sich, die Geborgenheit ihres Mutterhauses zu verlassen, um unter extremsten Bedingungen das Leben der Armen zu teilen. Sie lebte als Eremitin bei ihnen in einer selbstgebauten Lehmhütte im Dschungel, bis sie durch Spenden aus dem Westen ein Stück Land erwerben konnte, um es mit den Dalits in eine fruchtbare Oase zu verwandeln. Ihr kleiner Ashram (Kloster) entwickelte sich zum Wohlfahrtszentrum und Anker der Hoffnung für alle vor Ort.
Diesen radikalen Schritt beschrieb ihr Ordensbruder Martin in seiner Trauerrede wie folgt: „Amma hatte einen inneren Ruf … unglaublichen Sie gab ihrem Platz den Namen „Ananda Ashram“ (Ort der Glückseligkeit) und schuf Eremitagen für Pilger und durch ihre Landwirtschaft Arbeitsplätze für die Dalits und Menschen mit Behinderungen. Ihre Kühe gaben wertvolle Milch für die Kinder des Dorfes, und Kälber wurden an bedürftige Familien verschenkt.
Ihr Tod 2017 ist ein harter Verlust für alle, die sie liebten und um die sie sich kümmerte. Der Ashram, der sich ausschließlich durch Spenden der westlichen Pilger finanzierte, musste seinen Gästebetrieb durch Ammas lange Krankheit temporär einstellen und kam dadurch in akute Finanznot, kämpft ums Überleben. Viele der langjährigen Mitarbeiter mussten entlassen werden, die Viehwirtschaft wurde eingestellt.
Seit 1983 kenne und liebe ich Amma und reise seit vier Jahren jährlich an ihren Platz, um ihr Lebenswerk zu unterstützen. Der gemeinnützig anerkannte Verein BlessAnanda e.V. und unsere Reisegruppen PINK LOTUS überbringen Spenden direkt vor Ort.
Amma in ihren frühen Jahren im Urwald bei den Dalits Glauben und Vertrauen in die Vorhersehung Gottes. Ihr Leben war voll von großem Selbstvertrauen, harter Arbeit, demütigen Anfängen, extremer Armut, und immer wieder Entmutigungen und Widerständen von außen. All das hat sie ertragen … sich von allen  Sicherheiten losgesagt … um Jesus Christus auf radikale Weise zu folgen … Sister Mary Louise war von ihrer Vision inspiriert und lebte diese Vision. Wir danken Gott für das Geschenk Ammas, die jeden mit Liebe und Mitgefühl umarmte.“
Ammas Oase der Glückseligkeit – Ananda Der Ashram wird nun geleitet von Schwester Neethi, ehemals Ordensschwester Mutter Teresas, die sich mit zwei  weiteren Schwestern und den wenigen verbliebenen Mitarbeitern bemüht, den Ashram nachhaltig auf gesunde Füße zu stellen, um weiterhin Arbeitsplätze zu garantieren für die Menschen vor Ort. Sie bemüht sich um den Wiederaufbau einer funktionierenden Landwirtschaft. Mit unseren Vereinsspenden wurden Nonipflanzen besorgt und der erste ashrameigene Nonisaft hergestellt. Es sollen 4.000 Setzlinge angeschafft werden, um die Abgase der neuen nahen Autobahn zu filtern und den Platz als grüne Lunge der Region zu bewahren. Neue Obstbäume und Kokospalmen sollen gepflanzt und kultiviert werden. Die notwendige Renovierung der Eremitagen als dauerhafte Finanzquelle soll wieder aufgenommen werden.
Wir möchten Ammas Lebenswerk mit all seinen sichtbaren und unsichtbaren Fäden der Hilfe zur Selbsthilfe am Leben erhalten – und damit möglichst vielen Menschen, die betroffen sind, nachhaltig ein sicheres gesundes und würdevolles Dasein ermöglichen.
Rahmana Dziubany

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