Jahresspendenprojekt 2015/2016

Schulunterricht für syrische Flüchtlingskinder im Libanon

Schule in Majdal Anjar
Schule in Majdal Anjar

1,5 Mio. syrische Flüchtlinge leben zur Zeit im Libanon, darunter Hundertausende Kinder. Sie brauchen Schulbildung. Doch der kleine Libanon ist völlig überfordert.

Wir unterstützen die Eigeninitiativen vor Ort, damit die vom syrischen Bürgerkrieg schon genug gebeutelten Kinder die Chance auf eine bessere Zukunft bekommen.

Unser verlässlicher Partner vor Ort ist die Evangelische Gemeinde Beirut.

Ihr derzeitiger Pfarrer ist Jonas Weiß-Lange, zuvor Pfarrer in Berlin-Dahlem. Er schreibt uns:

„Was die ‚Evangelische Gemeinde zu Beirut‘, wie sie offiziell heißt, auszeichnet, war schon mit ihrer Gründung angelegt. Man nannte sich bewusst „evangelisch“ und legte sich damit auf das Evangelium und nicht auf eine Nationalität oder eine der unterschiedlichen reformatorischen Kirchen fest.

Diese Offenheit spiegelt sich auch in der sozialen Arbeit wider, die die Gemeinde prägt. …

Das Leben im Libanon ist für alle Personengruppen (außer natürlich den reichen und ganz reichen, die es auch gibt) in den letzten Jahren immer schwieriger geworden: für die ungefähr 1,5 Mio. syrischen Flüchtlingen, für die ca. 500.000 „alten“ und über 50.000 „neuen“ palästinensischen Flüchtlinge, für die ca. 400.000 ArbeitsmigrantInnen (darunter die Mehrzahl Haushaltsangestellte), aber auch für die Mehrzahl der libanesischen Familien. Die Lebenshaltungskosten entsprechen denen in Deutschland – die Gehälter allerdings nicht.

Kurz gesagt: Das Land mit seinen ca. 4,5 Millionen Einwohnern und einer politischen Elite, die seit mehr als einem Jahr nicht in der Lage ist, einen neuen Präsidenten zu wählen, kommt aufgrund der großen Anzahl von Flüchtlingen aus Syrien in jeder Hinsicht an seine Grenzen: Unterkunft, Verpflegung, sanitäre Einrichtungen, vor allem Wasser und Abwasser, medizinische Versorgung, Arbeit und Schulbildung.

Vor diesem Hintergrund unterstützt die Gemeinde mit Spendengeldern die Initiative „Nachmittagsschulen für syrische Flüchtlingskinder“, die eine Nachbarin schon bald nach Beginn der Syrienkrise gegründet hatte. Im Januar 2015 eröffnete sie eine dritte Nachmittagsschule und im September zwei weitere Schulen ebenfalls in der Bekaa-Ebene. Insgesamt können nun um die 2000 Kinder nachmittags, nach dem regulären Unterricht für libanesische Schulkinder, zur Schule gehen. Die LehrerInnen, selbst Flüchtlinge, erhalten 250 Dollar „Gehalt“ im Monat. Die Organisatorin besucht die Schulen regelmäßig, hat mehrere zuverlässige Helferinnen vor Ort, überwacht genau, was geschieht. Bei diesen Besuchen fahren wir immer wieder mit und können uns so vom Gelingen – und von der dringenden Notwendigkeit – dieser Initiative überzeugen.

Das Joint Christian Committee, die zweite Organisation, die wir regelmäßig unterstützen, eröffnete neben einer Schule in Saida eine zweite Schule für palästinensische Flüchtlingskinder und -jugendliche aus Syrien in der Stadt Tyrus. Die SchülerInnen werden dort nach dem syrischen Curriculum, dazu Kursen in Englisch, Computer und Menschenrechten unterrichtet. Warum nach dem syrischen Curriculum? Weder die Eltern noch die Jugendlichen sehen eine Perspektive im Libanon, denn die rechtliche und soziale Situation der Palästinenser ist im Libanon wesentlich schlechter als sie es in Syrien war (z. B. dürfen Palästinenser in ca. 60 Berufen nicht arbeiten und werden ansonsten i.d.R. deutlich schlechter bezahlt als Libanesen). Auch dieses Frühjahr ist es dem Leiter der Schule wieder gelungen, mehrere Busse mit Schulkindern nach Damaskus und sicher zurück zu bringen, wo sie die Prüfungen – mittlere Reife und Abitur – ablegen konnten.

Da eine Veränderung zum Guten für die meisten, die sich um Hilfe an uns wenden, derzeit leider nicht in Sicht ist, intensiviert sich der Bedarf an Unterstützung, vor allem auch materieller Art, für unsere Soziale Arbeit.

Beirut, Oktober 2015 – Pfr. Weiß-Lange“

 

Unser Startschuss: Die Hälfte des Reinerlöses des diesjährigen Weihnachtsmarkts werden wir für unser neues Jahresspendenprojekt zur Verfügung stellen.

Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Gemeinsam können wir Kinder stark machen und ein Zeichen der Hoffnung setzen!

Für den Gemeindekirchenrat

Pfr. Jochen Michalek

Kommentare sind geschlossen.